| PR in sozialen Projekten
Ein Ratgeber zu Theorie und Praxis der Öffentlichkeitsarbeit für soziale ProjekteDer Begriff "Public Relations" (PR), zu deutsch "Öffentlichkeitsarbeit", bezeichnet alle Maßnahmen zur Pflege der Beziehungen zur Öffentlichkeit.
Wie in allen Beziehungen, müssen diese natürlich auch erst einmal aufgebaut, sprich die Aufmerksamkeit des Gegenübers gewonnen werden. Von vielen Theoretikern werden die Public Relations von der Werbung abgegrenzt. Während wir beides unter dem Begriff Kommunikation zusammenfassen, macht diese Abgrenzung durchaus Sinn. Werbung, also Botschaften direkt an die Empfänger zu senden, kann zwar auch Mittel der Öffentlichkeitspflege sein, diese umfasst aber wesentlich mehr und eigentlich geht es um etwas Anderes. Wenn Sie als Projekt Kontakt zur Öffentlichkeit aufbauen möchten, dann sind Sie zunächst einmal an der Reihe, diese Öffentlichkeit überhaupt kennen zu lernen. Wer trifft wen wann wo, informiert sich und redet worüber? Gemeint sind in der Regel Vereine, Gremien, Kongresse, Feste und Freizeitaktivitäten. Und natürlich die Massenmedien. Wir können also die Aktivitäten der Public Relations wieder unterteilen in direkte Kontaktpflege und Meinungsbildung über die Medien. Dieser direkte Kontakz wird mit einem - etwas unschönen - Namen umschrieben: Lobbyismus. Konkret heißt das: Finden Sie raus, wer die Menschen sind, die jene Entscheidungen fällen, die Sie benötigen oder ändern möchten. Das reicht von der Entscheidung über die Vergabe von ördermitteln oder Patenschaften bis natürlich zu den politischen Entwicklungen, um die es Ihnen vielleicht geht. Dann finden Sie raus, was diese Menschen tun, auf welchen Treffen sie sich treffen, welche Termine wichtig für sie sind. Machen Sie sich einen Terminkalender und besuchen Sie diese Veranstaltungen. Versuchen Sie Kontakt aufzubauen und sich in die höheren Ebenen hervorzuarbeiten. Kooperieren Sie mit Vereinen, Inititativen, Gremien. Der Übergang zwischen den Entscheidern und der großen Öffentlichkeit liegt sehr schön erkennbar beim Fachpublikum. Fachartikel werden von gebildeten, oft gesellschaftlich angesehenen und wichtigen Menschen gelesen. Sie als Organisation sollten also in der Lage sein, in Ihrem Fachbereich solche qualitativen Artikel zu veröffentlichen. Am Besten Sie setzen sich zusammen und Überlegen, was die wissenschaftliche Arbeit, der Forschungsaspekt an Ihrer Tätigkeit ist und wie Sie aus Ihrem Alltag Informationen gewinnen und aufbereiten können, so, dass sie für Andere interessant werden. Das klingt hochgestochen, ist aber im Grunde ganz einfach: Schreiben Sie über das, was Sie lernen, während Sie beginnen das zu erreichen, was Sie wollen. Damit sind wir nämlich auch schon beim Hauptfaktor der anderen Seite der Public Relations angekommen: Der Pressearbeit. Vielen Projekten fehlt ein wenig Gespür dafür, wieviele interessante Informationen sie täglich produzieren. Veröffentlichen Sie das Meiste davon! Wenn Sie telefonisch mit Redaktionen über Ihre Pressemitteilungen sprechen, oder bei Aktionen tatsächlich Journalisten erscheinen, kommen Sie auch recht schnell ins Gespräch. Auf diese Weise können Sie langfristige Beziehungen aufbauen, die für Sie den Vorteil haben, dass Sie von der Redaktion zugespielt bekommen, worüber sie gerne schreiben würde. Aber: Journalisten nehmen ihre Arbeit in der Regel sehr ernst und das mit Recht. Sie schätzen es gar nicht, wenn jemand ihnen erklären will, was sie schreiben sollten, auch wenn das für eine gute Sache ist. Der dritte wichtige Punkt in den Public Relations für soziale Organisationen ist das, was im Marketing Involvement genannt wird. Binden Sie alles und jeden ein. Jeder Kontakt, jeder Mitarbeiter, jeder Verwandte Ihrer Mitarbeiter, jede Partybekanntschaft kann Informationen für Sie verbreiten und neue Kontakte generieren. Wenn Sie dieses Grundprinzip einmal etabliert haben, wird es ihnen leicht fallen, es der Öffentlichkeit auch leicht zu machen, sich für Sie zu engagieren. Das Erreichen Sie beispielsweise über Veranstaltungen, Spiele, Wettbewerbe, spektakuläre, viral virksame Aktionen. Und über Medien, mit Botschaften, die sich einfach gut verbreiten lassen.
